610 TTR-Punkte in 13 Monaten

Tom Schober (14) vom SV Kirchberg im Wald spielt erst seit gut einem Jahr Tischtennis und hat mittlerweile einen TTR-Wert von 1523

Florian Leidheiser,

Tom Schober (Foto: privat)

Es sind Geschichten wie jene, die Vereinen, Nachwuchstrainern, Anfängern, am Ende vielleicht einer ganzen Sportart ein großes Stück Optimismus geben: Thomas „Tom“ Schober tritt als 13-Jähriger im Februar 2017 in den SV Kirchberg im Wald (Niederbayern) ein. Sein TTR-Initialisierungswert: 913 Punkte. Gut 13 Monate später liegt sein TTR-Wert bei 1523 (!). Wie das geht? Mit viel Training und YouTube.

Aber der Reihe nach: Vor etwas mehr als einem Jahr sieht ein Lehrer den Schüler Tom Schober auf dem Pausenhof Tischtennis spielen. Der Junge geht mit dem Schläger für einen Nicht-Vereinsspieler ziemlich gekonnt um. Der Lehrer – selber Tischtennisspieler – erkennt die Veranlagung und erzählt daraufhin seinem Teamkollegen Harald Treml, zugleich Spartenleiter des SV Kirchberg, von dem Jungen. Sie laden Tom, der zuvor immer mal auf dem Schulhof oder zuhause mit dem Papa gespielt hat, in ein Schnuppertraining ein. Schnell wird Tom vom Tischtennis-Virus infiziert, fängt an, drei- bis viermal pro Woche zu trainieren.

Tom feiert gleich zwei Meistertitel / Videos von Boll, Ovtcharov, Ma Long und Co. als Inspiration

Mittlerweile hat Tom Schober, der in der 1. Bezirksliga Jugend und in der 2. Kreisliga bei den Herren zum Einsatz kommt, seinen TTR-Wert um 610 Punkte auf 1523 gesteigert – und dies in gerade einmal 13 Monaten. Mit beiden Mannschaften des SV Kirchberg hat der 14-Jährige die Meisterschaft eingefahren und dabei kaum ein Spiel verloren.

„Über meine Entwicklung und wie schnell das jetzt gegangen ist, bin ich schon sehr überrascht“, sagt Tom im feinsten Niederbayerisch. Seine rasante Entwicklung hängt auch mit dem Internet zusammen. Schon bevor er sich dem SV Kirchberg anschließt, schaut sich Tom auf YouTube regelmäßig viele Spiele und viele Spieler an, guckt sich Techniken und Aufschläge von Timo Boll, Ma Long oder Dimitrij Ovtcharov ab und baut sie in das eigene Training ein. „Ich schaue mir nicht nur ein Spieler an, sondern versuche, von mehreren Spielern Tipps und Bewegungen aufzunehmen“, betont Tom.

Spartenleiter Harald Treml freut die Entwicklung natürlich: „Der Junge kam aus heiterem Himmel zu uns und ist nicht zu bremsen“, sagt Treml. Seit über 30 Jahren leitet Ferdinand Mader das Jugendtraining in Kirchberg. In der kommenden Saison werden Tom Schober und vier weitere Jungs in der Bayernliga starten. „Ich will weiter so trainieren und mich verbessern, um in Zukunft noch höherklassiger zu spielen“, benennt Tom seine Ziele. Man darf gespannt sein, wie seine Geschichte weitergeht…